Harmon Craig
USA
Balzan Preis 1998 für Geochemie
Für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Erdwissenschaften, wobei er die unterschiedlichen Methoden der isotopischen Geochemie anwendet, um grundlegende wissenschaftliche Probleme und solche von unmittelbarer Bedeutung für die Atmosphäre, die Hydrosphäre und die Lithosphäre zu lösen.
Harmon Craig (1926-2003) hat wesentlich und grundlegend dazu beigetragen, zahlreiche Probleme zu Ibsen, die unsere Erde, ihren Ursprung und ihre Reaktionen
auf anthropogene Veränderungen betreffen.
In ungewöhnlich innovativer Weise nutzte er Isotopen auf jedem Gebiet der Geochemie — von Studien über Meteoriten bis hin zu Prozessen im Erdmantel — und hat dadurch die Wissenschaften der Ozeanographie, der Atmosphäre, Hydrologie und Glaziologie beeinflusst.
Als Vater der Isotopen-Geochemie des Kohlenstoffs war er der erste, der die Verteilung von stabilen Kohlenstoffisotopen in der Natur nachwies und auch die Lebensdauer von Kohlendioxid in der Atmosphäre hinsichtlich des Austauschs mit dem Meer quantifizierte — ein Faktor von entscheidender Bedeutung für die gesamte moderne Modellierung der Auswirkungen von anthropogenem Kohlendioxid auf das Klima.
Er war einer der Pioniere bei der systematischen Klassifizierung von Meteoriten nach ihrer chemischen Zusammensetzung und Mitbegründer der Urey-Craig Klassifikation der Meteoriten. Als einer der Begründer von Studien über stabile Isotopen des Wassers im meteorologischen Kreislauf entdeckte er in Kernen des Polareises die grundlegenden Beziehungen von Temperatur und stabilen Isotopen. Seine Entdeckung bildet heute die Ausgangsbasis für Studien der Paläoklimatologie.
Auf dem Gebiet der Meeresgeochemie war Harmon Craig einer der Initiatoren des GEOSECS-Programms —- der ersten kombinierten Untersuchung von chemischen Indikatoren und Hydrographie in den wichtigsten Ozeanen der Welt — das heute einen bedeutenden Beitrag zu den Studien über globale Veränderungen und anthropogene Auswirkungen auf die Weltmeere liefert. Auf diesem Forschungsgebiet präsentierte Professor Craig eigenständige Arbeiten Ober den geochemischen Kreislauf von Kohlenstoff, Sauerstoff und Nährstoffen in der Tiefsee, über das Verhalten von Schwermetallen und über geochemische Techniken zur Bestimmung der Primärproduktion im Oberflächenwasser der Ozeane, Ausserdem war er Mitentdecker von Anomalien des Helium-3-lsotops in der Tiefsee ebenso wie in vulkanischen Hot Spots, Rift-Zonen und im subduktiven Vulkanismus.
In der atmosphärischen Geochemie war er einer der ersten, der die Zusammensetzung im Gletschereis eingeschlossener Gase untersuchte und nachwies, dass sich der Methangehalt aufgrund von anthropogenen Einwirkungen fast verdoppelt hat. Weitere grössere Beiträge widmete er der Untersuchung des atmosphärischen Stickoxides, des natürlichen Modulators der Ozonschicht der Erde.
Allen seinen Untersuchungen ist die Kombination von Imagination und starkem Engagement auf höchstem Niveau bei der Feldforschung wie im Labor und einer beeindruckenden Gründlichkeit in der Interpretation der gewonnenen Daten gemein. Im Laufe der Jahre hat er eine beachtenswerte Gruppe von Schülern betreut, die heute als ausgewiesene Wissenschaftler in vielen Forschungsinstituten der Welt tätig sind.
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