Michaël Gillon
Belgien
Balzan Preis 2017 für die Planeten des Sonnensystems und die Exoplaneten
Für seine innovative und erfolgreiche Erforschung der Planeten, die nahe Sterne umkreisen – ein Meilenstein auf der Suche nach Lebensspuren außerhalb unseres Sonnensystems.
Mit der Entdeckung des ersten Planeten auf einer Umlaufbahn um einen anderen Stern brach 1995 in der modernen Astronomie eine neue Ära an. Im Jahr 2000 erhielt Michel Mayor für seine Beiträge dazu den Balzan Preis. Seitdem wurden mehr als 3000 dieser extrasolaren Planeten entdeckt. Das wirklich Spannende und Überraschende an dieser großen Anzahl neuer Welten liegt darin, dass sie so ungeahnt vielfältig sind und für jegliche Theorie über die Entstehung und Evolution der Planetensysteme, auch unseres eigenen, eine Herausforderung darstellen. Für viele dieser Entdeckungen machte man sich indirekt die von Michel Mayor und seinem Team entwickelte Methode zunutze, wobei die Auswirkungen des kreisenden Planeten auf die Eigenbewegung des Sterns beobachtet wurde. Im letzten Jahrzehnt verdankt man die Entdeckung neuer Planeten meistens der Beobachtung geringfügiger, regulärer Veränderungen in der Helligkeit eines Sterns, während der Planet die Sternscheibe passiert.
Michaël Gillon ist ein ungewöhnlich kreativer Wissenschaftler, der ganz besonders zur Entdeckung und Beschreibung von neuen Planeten und besonders von Planeten rund um nächstgelegene kleine Sternen beigetragen hat, welche in Größe und Zusammensetzung der Erde vergleichbar sind. Durch die Verwendung von Weltraumteleskopen und von relativ kleinen, systematisch auf unserem Planeten aufgestellten Roboterteleskopen konnte er eine Vielzahl bemerkenswerter Planetensysteme entdecken. Darunter befindet sich ein System mit zumindest sieben erdähnlichen Planeten, die vierzig Lichtjahre von der Sonne entfernt um einen roten Zwergstern kreisen. Von drei dieser Planeten wird angenommen, dass sie sich in einer sogenannten „bewohnbaren Zone“ des Sterns befinden, was bedeuten würde, dass auf ihren Oberflächen flüssiges Wasser vorhanden sein könnte. Seine spektroskopischen Beobachtungen setzten Michaël Gillon in die Lage, erstaunliche Informationen über Oberflächenbedingungen und Atmosphären einiger dieser extrasolaren Planeten näher einzuholen. Mit seinen innovativen Forschungen hat Michaël Gillon wesentlich zum Studium extrasolarer Planeten beigetragen. Das hat fundamentale Folgen sowohl für die Astronomie als auch für das Wissen um die Möglichkeit, außerhalb des Sonnensystems auf Leben zu stoßen.
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