Roger Revelle
USA
Balzan Preis 1986 für Ozeanographie/Klimatologie
Für seine wichtigen Beiträge zur Ozeanographie und Klimatologie und für seine bedeutenden Forschungsarbeiten über die Zunahme des Gehalts an Kohlendioxid in der Atmosphäre und die Gefahren, die sich daraus für die Zukunft der Menschheit ergeben.
Roger Revelle, 1909 geboren (*1909 - †1991), Professor für Science and Public Policy an der University of California, San Diego, Direktor (1950-1964) der Scripps Institution of Oceanography, University of California, hat einen grossen Teil seiner intensiven wissenschaftlichen Tätigkeit der Ozeanographie und Klimatologie gewidmet und wichtige Beiträge in den folgenden Bereichen geliefert: Messung des Wärmestromes aus dem Erdinnern zum Meeresboden; Geochemie des Kohlendioxids; jahreszeitliche und langzeitige Veränderungen des Meeresspiegels; Sedimentation und andere Aspekte der Meeresgeologie.
Seit 1932-34 hat sich Revelle der Untersuchung des Austauschs des Kohlendioxids zwischen Atmosphäre und Ozean gewidmet. Er hat dabei gezeigt, dass zumindest die Hälfte des durch Verbrennung und andere Aktivitäten des Menschen erzeugten Kohlendioxids trotz der Pufferung des Meerwassers lange Zeit in der Atmosphäre bleibt. Dies hat dazu angeregt, dass der Gehalt des atmosphärischen Kohlendioxids kontinuierlich gemessen wurde. Während des Internationalen Geophysikalischen Jahres wurden diese Messungen durch C.D. Keeling in Gang gesetzt, was bis heute andauert.
Wenn man heute die Gefahr erkannt hat, die weltweit der Menschheit durch den zunehmenden Gehalt des Kohlendioxids in der Atmosphäre droht, so ist dies vor allem den Forschungen von Revelle und Keeling zu verdanken. Durch diese Zunahme werden Teile der Sonneneinstrahlung auf der Erde zusätzlich zurückgehalten, wodurch eventuell die mittlere Oberflächentemperatur ansteigt (Treibhauseffekt). Dies kann die Biosphäre schon in naher Zukunft gefährden.
Hinsichtlich der eigentlichen Ozeanographie war der wesentlichste Beitrag Revelles die Anregung zu einer grossartigen Phase der Exploration der Meeresböden zwischen 1940 und 1960, indem er, zusammen mit Arthur Maxwell, eine Serie von Expeditionen organisierte. Zu den auf ihnen gemachten wesentlichen Entdeckungen gehören die Befunde, dass (1) die Decke der Tiefseesedimente extrem dünn ist, dass (2) der aufwärtsgerichtete Wärmestrom durch den Meeresboden hoch ist, dass (3) die untermeerischen Berge verhältnismässig jung sind und dass (4) im Ostpazifik riesige Bruchzonen vorkommen. Diese waren wichtig für die Erforschung magnetischer Gesteine und wurden zu einer Voraussetzung für die Entwicklung der modernen Theorie der Plattentektonik.
In den letzten Jahren hat sich Roger Revelle den Problemen der Bevölkerungsvermehrung der Menschheit und der Verfügbarkeit von Ressourcen, vor allem aus dem Meer, gewidmet.

(1986)
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