DIE BALZAN PREISTRÄGER 2010 (September 2010)

Heute wurden in Mailand die Namen der Balzan Preisträger 2010 bekannt gegeben:

Carlo Ginzburg (Italien), Scuola Normale Superiore di Pisa, Accademia Nazionale dei Lincei, für Geschichte Europas (1400-1700)
Manfred Brauneck  (Deutschland),
Universität Hamburg, für Geschichte des Theaters in all seinen Ausdrucksformen
Shinya Yamanaka (Japan/USA),
Center for iPS Cell Research and Application (CiRA), Kyoto University, The J. David Gladstone Institutes, San Francisco, für Stammzellen: Biologie und potenzielle Anwendungen
Jacob Palis (Brasilien),
Instituto de Matemática Pura e Aplicada (IMPA), Rio de Janeiro, für Mathematik (reine oder angewandte)

Das Profil der Preisträger und die Begründungen für die Auszeichnungen, die am 19. November in Rom durch Giorgio Napolitano, Präsidenten der Italienischen Republik verliehen wird, wurden von Mitgliedern des Preisverleihungskomitees der Internationalen Balzan Stiftung dargelegt:

Quentin Skinner begründete die Vergabe des Preises für Geschichte Europas (1400-1700) an Carlo Ginzburg  folgendermaßen: „für seine ausserordentliche Fähigkeit, Einbildungskraft, wissenschaftliche Genauigkeit und literarisches Talent zu verbinden, um die Volksglauben des frühneuzeitlichen Europas zu erklären und zu veranschaulichen“.

Gottfried Scholz begründete die Vergabe des Preises für Geschichte des Theaters in all seinen Ausdrucksformen an Manfred Brauneck folgendermaßen:  „für seine umfassende Darstellung von zweieinhalb Jahrtausenden europäischer Theatergeschichte sowie für seine Forschungen über Strömungen und Fakten weltweiter Ausprägungen theatralischer Aktivitäten“.

Nicole Le Douarin begründete die Vergabe des Preises für Stammzellen: Biologie und potenzielle Anwendungen an Shinya Yamanaka  folgendermaßen: „für Für die Entdeckung einer Methode zur Transformation ausdifferenzierter Zellen in solche mit Eigenschaften embryonaler Stammzellen“.

Étienne Ghys begründete die Vergabe des Preises für Mathematik (reine oder angewandte) an Jacob Palis folgendermaßen: „für seine grundlegenden Beiträge im Bereich der Mathematischen Theorie Dynamischer Systeme“.

Der Präsident des Preisverleihungskomitees, Professor Salvatore Veca, gab gleichzeitig die Themen für die Preisausschreibung 2011 bekannt:  
Geschichte des griechisch-römischen Altertums 
Die Aufklärung  
Theoretische Biologie und Bioinformatik
Das frühe Universum (von der Planckzeit zu den ersten Galaxien) 

Die Preissumme der vier Balzan Preise 2011 wird 750.000 Schweizer Franken sein (ca. EUR 570.000).
Die Preisgebiete der Internationalen Balzan Stiftung variieren jedes Jahr, um besonders innovative Forschung auf den Gebieten der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie den Naturwissenschaften, der Physik, Mathematik und Medizin zu würdigen, die im Gegensatz zu traditionellen Wissenschaftsgebieten oftmals spezieller und interdisziplinärer ausgerichtet sind. Gleichzeitig erinnerte er auch an die Aufforderung der Internationalen Balzan Stiftung, die Hälfte des Preisgeldes, das die Preisträger eines jeden Fachgebietes erhalten, für die Finanzierung von Forschungsprojekten aufzuwenden, die vorzugsweise von jungen Wissenschaftlern und Forschern durchgeführt werden sollen.

 

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