Vor 50 Jahren: Der Papst kehrt für den Balzan-Preis auf den Quirinal zurück

Vor 50 Jahren begab sich Papst Johannes XXIII (Angelo Roncalli) am 11. Mai 1963 in den Quirinalspalast in Rom, um an der Balzan-Preisverleihung 1962 teilzunehmen. Zum ersten mal in der Geschichte verliess ein Papst den Vatikan, um am Sitz des italienischen Staatspräsidenten zu erscheinen. In jenem Quirinalspalast, der für fast drei Jahrhunderte als päpstliche Residenz gedient hatte, begrüsste ihn der damalige Präsident der Italienischen Republik, Antonio Segni, der die anderen vier Balzan-Preise an Karl von Frisch (für Biologie), Paul Hindemith (Musik), Andrei Kolmogorov (Mathematik) und Samuel Eliot Morison (Geschichte) übergab.
Die Anwesenheit des Papstes im Quirinal war ein historisch unvorhergesehenes Ereignis. Unerwartet deshalb, weil Papst Johannes XXIII bereits am Vortag, 10. Mai 1963, den Balzan-Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern im Petersdom aus den Händen von Giovanni Gronchi, Präsident der Internationalen Balzan Stiftung und ehemaliger italienischer Staatspräsident, erhalten hatte. Der Papst nahm den Balzan-Preis "für seinen unermüdlichen Beitrag zur Erhaltung friedlicher Beziehungen unter den Staaten durch seine Mahnung zur Völkerverständigung, aber auch für seine ausserhalb der christlichen Gemeinschaft gepflegten Kontakte“ entgegen.
Es war der letzte öffentliche Auftritt von Papst Johannes XXIII, der wenige Tage später im Alter von 82 Jahren am 3. Juni 1963 verstarb.

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