Charles Coulston Gillispie
USA
Balzan Preis 1997 für Wissenschaftsgeschichte und –philosophie
Für den ausserordentlichen Beitrag, den er mit seinen ideenreichen und inhaltlich präzisen Werken sowie der Herausgabe seines grossen Nachschlagewerks zur Geschichte und Philosophie der Wissenschaften geleistet hat.


Charles Coulston Gillispie wurde 1918 (*1918 - †2015) in Harrisburg, Pennsylvania, geboren. Nach seinem Studium am Massachusetts Institute of Technology war er vier Jahre lang Soldat. 1949 wurde er an der Universität Harvard mit einer Arbeit über das Verhältnis der Wissenschaften zur Religion in den Jahrzehnten vor Darwin (Genesis and Geology, 1951, 1969 und 1996) zum Ph.D. promoviert. Seine ganze Universitätslaufbahn vollzog sich zwischen 1950 und 1987 an der Universität Princeton. Hier entwickelte er ein Programm über Wissenschaftsgeschichte und -philosophie, das ein grosser Erfolg wurde und dessen Leitlinien er in einem Buch zusammenfasste, das bald zu einem Standardwerk wurde (The Edge of Objectivity, 1960, 1990, Übersetzungen in mehrere Sprachen), Charles Coulston Gillispies Lehrtätigkeit, an der auch der verstorbene Thomas S. Kuhn teilnahm, hat auch zur Ausbildung vieler Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftsphilosophen beigetragen. Viele Jahre lehrte er auch in Paris an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales. Wir verdanken Charles Coulston Gillispie das monumentale Dictionaryof Scientific Biography(16 Bònde, 1970-80), dessen Anreger, Organisator und Herausgeber er war.

Diese Sammlung von ungefahr fünftausend Biographien ist heute zum wichtigsten Arbeitsinstrument für Wissenschaftshistoriker geworden. Die entscheidende Bedeutung, die die Entwicklung der Wissenschaften in Frankreich zwischen dem Ende des Ancien Régime und den ersten Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts besass, erregte das Interesse des Preisträgers. Den Protagonisten dieser Entwicklung widmete er viele ausgezeichnete Bücher: Lazare Carnot, Savant, 1971; Science and Polity in France at the End of the Old Regime, 1980; The Montgolfier Brothers and the Invention of Aviation, 1983; Pierre-Simon Laplace, 1997. Diese Bücher in ihrer Gesamthejt erlauben ein besseres Verständnis des Verhältnisses, das sich in dieser Epoche zwischen den Wissenschaften und der Gesellschaft herausbildete und das bis in unsere heutige Zeit vorherrschend ist. Sein internationaler Ruhm und Übersetzungen in mehrere Sprachen krönten Charles Coulston Gillispies verdienstvolle Karriere. 1997 war er Präsident des Internationalen Kongresses für Wissenschaftsgeschichte.

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