Kurt Lambeck
Australien/Niederlande
Balzan Preis 2012 für Wissenschaften der festen Erde, unter besonderer Berücksichtigung interdisziplinärer Forschungsbeiträge
Für seinen außerordentlichen Beitrag zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen der post-glazialen Landhebung und der Veränderung der Meeresspiegel. Seine Erkenntnisse haben die Klimaforschung radikal verändert.

Kurt Lambeck wurde 1941 in Utrecht, Niederlande geboren. Seit 1956 ist er australischer Staatsbürger. Er studierte an der Universität von New South Wales, Australien und promovierte an der Universität Oxford. Danach war er am Smithsonian Astrophysical Observatory und der Harvard-Universität, Massachusetts, USA tätig. Weitere Stationen seiner Forschungsarbeiten waren das Observatoire de Paris, Département des Sciences de la Terre, Universität Paris VII und das Institut de Physique du Globe de Paris. Von 1977 bis 2007 bekleidete Kurt Lambeck die Position eines Professors für Geophysik am universitären Forschungszentrum für Geowissenschaften an der Australian National University in Canberra, wo er jetzt emeritierter Professor ist. Während seiner wissenschaftlichen Karriere beschäftigte sich Kurt Lambeck mit grundlegenden Fragestellungen über unseren Planeten und wählte dabei sowohl einen theoretischen als auch einen beobachtenden Ansatz. In den frühen Jahren seiner Laufbahn widmete er sich der Erforschung des Gravitationsfeldes der Erde. Seine Erkenntnisse veränderten die früheren Ansichten über die Schwerkraft, die globale Form und den inneren Aufbau der Erde von Grund auf. Er befasste sich auch mit den Ursachen der Rotationsschwankungen der Erde in verschiedenen zeitlichen Abfolgen; er analysierte zudem den Aufbau und die Dynamik der Lithosphäre von Ozeanen und Kontinenten. Ein weiterer Forschungsbereich, in dem sein Wirken von außerordentlicher Bedeutung ist, ist der Zusammenhang zwischen der Veränderung der Meeresspiegel, der Landhebung und den Eismassen. Hier hat er sich im Besonderen mit der Geschichte der letzten Eiszeit und deren Auswirkungen auf den Meeresspiegel befasst, und wie dieser die Dicke der Eisschicht und die Reaktion des zähflüssigen Erdmantels beeinflusste. Seine Erkenntnisse revolutionierten die Konzepte der Geowissenschaften und unser Verständnis der festen Erde. Kurt Lambecks Forschungsarbeiten führten Beobachtungen aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen zusammen, einschließlich Geodäsie, Geologie, Geophysik, Ozeanographie und Paläoklimatologie, was ihn zu einem wahrhaft multidisziplinären Wissenschaftler macht. Er hat die Forschung auf vielen Gebieten der Geowissenschaften beeinflusst. Kurt Lambeck hat auch Lehrbücher geschrieben, die für Studenten und Forscher mit Interesse an der globalen Geodynamik eine ganz wichtige Referenz darstellen.
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