Jean Leclant
Frankreich
Balzan Preis 1993 für Kunst und Archäologie des Altertums
Jean Leclant ist ein international führender Ägyptologe. Er hat in Saqqarah sowie an verschiedenen Orten im Sudan und in Äthiopien bedeutende archäologische Grabungen durchgeführt und seine Entdeckungen mustergültig dokumentiert. Seine Forschungen umfassen die gesamte Kultur des alten Ägypten und deren Einfluss auf die Welt des Mittelmeeres, was besonders seine Studien über Zypern beweisen.


Als weltbekannter Ägyptologe hat sich Jean Leclant (*1920-†2011) durch seine intensive Grabungstätigkeit in Kamak, Tanis und spiter in Saqqarah ausgezeichnet. Hier förderte die von ihm geleitete Kampagne die Pyramiden von zwei Königinnen der sechsten Dynastie zutage. Mit Hilfe der neuesten Methoden der Informatik gelangen ihm sehr erfolgreiche Rekonstruktionen. An der italienischen, durch Michela Schiff Giorgini finanzierten archäologischen Kampagne in Soleb und Sedeinga (Sudan) war er führend beteiligt. In Äthiopien leitete er Grabungen in Axum und Melazo.

Auf der Grundlage seiner archäologischen Forschungen hat sich Jean Leclant mit den verschiedensten Aspekten der ägyptischen Kultur beschäftigt. Das zeigen sein vierbändiges bibliographisches Inventar der Isiskulte und seine regelmässigen Literaturberichte über Neuerscheinungen.

Unter seinen historischen Arbeiten ist diejenige über Montouemhat, den vierten Propheten Ammons, besonders erwähnenswert. Seine organisatorischen Fähigkeiten und seine Kunst der Synthese haben ihren schönsten Ausdruck in den drei Bänden über die Pharaonen gefunden, an denen unter seiner Leitung zahlreiche Gelehrte mitwirkten und deren französische Originalausgabe in verschiedene Sprachen übersetzt wurde. Dieselben Fähigkeiten bewies Leclant auch als Herausgeber und Mitherausgeber verschiedener Veröffentlichungen wie der Annales d’Ethiopie und der Meroitic Newsletters.

Seine profunde Kenntnis der ägyptischen Kultur veranlasste Leclant, viele Themen und Probleme der alten Welt, die auf verschiedene Weise mit der ägyptischen Kultur und Religion zusammenhängen, in eingehenden und originellen Arbeiten aufzugreifen. Dazu gehören insbesondere seine Untersuchungen und Veröffentlichungen zu den phönizischen Funden in Kition.

Als aussergewöhnlicher Organisator und Vorkämpfer kultureller Interessen, als secrétaire perpétuel de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, hat er in Paris eine Stätte der Begegnung und des Kulturaustausches von europäischer Bedeutung ins Leben gerufen.


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