Kenneth Vivian Thimann
USA
Balzan Preis 1982 für Reine und angewandte Botanik
Für seine Erkenntnisse über die Hormontätigkeit bei der Wachstumskontrolle und Entwicklung der Pflanzen, im Besonderen für die Isolierung des Wuchshormons (Auxin) und den Nachweis seiner chemischen Zusammensetzung. Diese Entdeckung war auch für die Landwirtschaft von grosser praktischer Bedeutung.
Kenneth Vivian Thimann (*1904 †1997), geboren im Jahre 1904 in Ashford, U.K., Professor Emeritus der Universität von Kalifornien (Santa Cruz), übt seine Tätigkeit zurzeit in der nach ihm benannten Forschungsstätte (Thimann Laboratories) aus. Sein Werk umfasst auf dem Gebiet der Pflanzenphysiologie ungefähr dreihundert Veröffentlichungen. Die Ergebnisse seiner Forschungen und im besonderen die Auslegung der Hormontätigkeit bei der Pflanzenentwicklung und-kontrolle, haben in den wissenschaftlichen Kreisen grosse Anerkennung gefunden.
1933 vollendete Kenneth Vivian Thimann die biochemische Forschung über jene Substanz, deren Stimulanswirkung hinsichtlich des Pflanzenwuchses von Fritz Went erkannt wurde, wobei er den Beweis erbrachte, dass es sich um die Substanz -3-Indol-Essigsäure handelt, die heute unter dem Namen Auxin bekannt ist.
Kenneth Vivian Thimann und seine Mitarbeiter konnten nachweisen, dass synthetisches Auxin einen inhibierenden Effekt auf die Keimbildung ausübt; dieser selbe inhibierende Effekt stösst aber auf einen Antagonisten im Reizeffekt eines anderen Hormons, dem Kinetin. In diesem Studienbereich wurde Thimann’s Werk durch die Analyse der Pflanzenhormontätigkeit und der Wechselwirkungen der Hormone hinsichtlich der Entwicklung und des Wachstums der Pflanzen weiterentwickelt. Kenneth Vivian Thimann hat den Beweis erbracht, dass die Hormone, auf drei Konzentrationsstufen, verschieden aktiv sind; er hat die Optimalkurven festgelegt, welche für die Blätter, die Schösslinge und die Stiele unterschiedlich sind. Der Nachweis der Arbeitsweise der einzelnen Hormone im Vorhandensein anderer Hormone gilt als eine grosse, Thimann’s Werk zu verdankende Erkenntnis.
Thimann’s Interessen und Initiativen umfassen verschiedene weitere Gebiete der Pflanzenphysiologie, und seine Forschungen höchster Qualität wandte er immer den grundlegenden Problemen zu. So hat er beispielsweise die Biosynthese der Anthozyanine (die Blumen- und Fruchtfarben bestimmenden Pigmente) analysiert sowie die Wirkung der verschiedenen Zonen des Lichtspektrums auf die Photosynthese, die den Alterungsmechanismus der Blätter kontrollierenden Faktoren usw. Die Bedeutung dieser Entdeckungen in den Bereichen der Landwirtschaft und dem Gartenbau ist nicht ausser acht zu lassen. Synthetische Substanzen, welche den Auxineffekt vortäuschen, werden für die Wachstumsförderung der Sprösslinge verwendet. Apfelbäume werden wiederholt und im geeigneten Moment mit Auxin besprüht, um das vorzeitige Fallen des Obstes zu verhindern. Auxin in grossen Mengen wirkt als Gift und findet als Unkrautvertilgungsmittel Verwendung.
Nebst seinen spezifischen Arbeiten hat Kenneth Vivian Thimann auch verschiedene Bücher herausgegeben, die weltweit gelesen werden. Er ist nicht nur ein hervorragender Wissenschaftler, sondern auch ein Lehrmeister, dessen Gedankengut mehr als einer Generation von Botanikern richtungsweisend geworden ist und welcher als Dekan einer Forschungsrichtung die Pflanzenphysiologie grundlegend revolutioniert hat.

(1982)

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