Michael Marmot
Grossbritannien
Balzan Preis 2004 für Epidemiologie
Sir Michael Marmot hat einen bahnbrechenden Beitrag zur Epidemiologie geleistet, indem er einen bis heute unvermuteten Zusammenhang zwischen sozialem Status und Unterschieden im gesundheitlichen Befinden und in der Lebenserwartung hergestellt hat. Er ist der Begründer der Sozialepidemiologie und hat den Weg geebnet für eine vollkommen veränderte Auffassung der Präventivmedizin.


Sir Michael Marmot hat die Epidemiologie revolutioniert, indem er einen bis heute unvermuteten Zusammenhang zwischen Gesundheitszustand und Lebenserwartung einerseits und sozialem Status andererseits herstellte.
Dank vergleichender Studien an japanischen Immigranten in Hawai und in Kalifornien und in Grossbritannien lebenden Immigranten aus dem indischen Subkontinent hat Sir Michael Marmot die Bedeutung der Veränderung des soziokulturellen Umfelds für die Essgewohnheiten und den Alkohol- und Tabakkonsum entdeckt. Zudem hat er sein Augenmerk auf daraus resultierende biologische Veränderungen gerichtet, die mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität infolge kardiovaskulärer Erkrankungen einhergehen.
Im Laufe einer frühen, an englischen “civil servants” (Whitehall I) durchgeführten Studie hat Sir Michael Marmot die unvermutete Tendenz festgestellt, dass sich von den höheren sozialen Schichten zu den niedrigeren der Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert und die Lebenserwartung verringert. Diese Beobachtung wurde 20 Jahre später anhand einer zweiten Gruppe (Whitehall II) bestätigt. Dabei wurden psycho-soziale Faktoren zusammen mit einer geringen Einflussmöglichkeit am Arbeitsplatz und einer mangelnden sozialen Integration als ausschlaggebende Elemente der beobachteten Unterschiede im Gesundheitszustand und daraus resultierenden Gesundheitsschäden (im metabolischen und endokrinen System) erkannt. 
Anhand von Studien an einer breiten Bevölkerungsgruppe Osteuropas während des Kalten Krieges und in seiner Endphase wurden analoge Unterschiede im Gesundheitszustand der unteren sozialen Schichten aufgezeigt. Dadurch bestätigte Michael Marmot die Bedeutung psycho-sozialer Faktoren im Zusammenhang mit dem sozialen Status und einer minimalen Selbstbestimmung als entscheidende Elemente für den Schutz der Gesundheit.
Mit diesen Beobachtungen und der wissenschaftlichen Strenge, die ihnen zu Grunde liegt, hat Sir Michael Marmot die “Sozialepidemiologie” begründet und den Weg geebnet für eine vollkommen veränderte Auffassung der Präventivmedizin.

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