Gruppo di ricerca von Mutius, Rabe, Seeger, Welte - Centro tedesco per la ricerca polmonare DZL

Germania

Premio Balzan 2019 per patofisiologia della respirazione: dalla scienza di base al letto del paziente

Bern, Bundeshaus, 15. November 2019

Hochverehrte Frau Präsidentin des Nationalrats,
sehr geehrte Mitglieder der Balzan-Stiftung,
sehr geehrte Damen und Herren,

Im Namen meiner Mitpreisträger und insbesondere auch des heute abwesenden Werner Seeger aus Gießen, der eine führende Rolle bei der Entstehung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung hatte, sowie im Namen der Standorte München, Heidelberg, Gießen, Hannover und Schleswig-Holstein, möchte ich der Balzan-Stiftung in mehrfacher Hinsicht danken.
Zunächst gebührt der Dank den Personen, die diesen Preis geschaffen haben. Das Lebenswerk von Eugenio Balzan ist sehr beeindruckend und zeugt von hoher intellektueller Integrität. Nach dem Tod ihres Vaters Eugenio widmete seine Tochter Lina Balzan das von ihm geerbte beträchtliche Vermögen einer Stiftung, die sein Andenken in hohen Ehren halten soll. Für uns Preisträger ist die heutige Auszeichnung Ansporn und Ermahnung, den eingeschlagenen wissenschaftlichen Weg zum Wohl der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen weiterzugehen. Er ist aber auch Ansporn für viele andere, die über Forschung zum Wohl unserer Gesellschaft beitragen.
Zudem danke ich dafür, dass in diesem Jahr ein Preis an die Medizin und für die Erforschung von Lungenerkrankungen verliehen wird. Menschen aller Lebensalter sind von Lungenkrankheiten betroffen – vom Säugling bis zum Greis, manchmal ein Leben lang. Die Verleihung dieses Preises wird die Forschung in diesem Feld stimulieren und damit zu einer besseren Patientenversorgung beitragen. Der Mensch steht im Zentrum der medizinischen Wissenschaft – eine Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten und damit einhergehend von Lebensqualität, Teilhabe und Lebenserwartung ist das Ziel medizinischer Forschung.
Drei Leitgedanken prägen die wissenschaftliche Zusammenarbeit unseres Forschungs-Netzwerkes, das heute durch die Balzan-Stiftung ausgezeichnet wird: Erstens, der translationale Ansatz, d.h. die Verbindung der Grundlagenforschung, welche Ursachen und Mechanismen von Krankheiten aufklären und damit experimentelle Ansätze zu neuen Therapien liefern kann, mit dem klinischen Problem am Krankenbett, auch bench-to-bedside approach genannt. Zweitens liegt uns die Nachwuchsförderung besonders am Herzen. Ohne qualifizierte und begeisterte junge Wissenschaftler werden sich die kontinuierlichen Fortschritte in Verständnis und Behandlung von Krankheiten nicht so weiterentwickeln können, wie unsere Generation das erleben durfte. Drittens ist uns die Förderung der Gesundheits-Kompetenz und der Verantwortung der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen enorm wichtig. Der Patient und seine Familie sind ganz wesentliche Partner für die Überwindung der Lungenkrankheit.
Die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil des Preisgeldes in ein Forschungsprojekt investiert werden soll, das jungen Wissenschaftlern und damit ihren Karrieren zugutekommt, begrüßen wir sehr. Wir werden es in einem interdisziplinären Ansatz für die Erforschung der potentiell gravierenden Folgen des Rauchens von E-Zigaretten verwenden. So können wir unsere Studenten und Mitarbeiter noch intensiver motivieren, sich zu engagieren, nicht nur für eine interessante wissenschaftliche Aufgabe, sondern auch für eine soziale Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Dafür steht unser Zentrum für Lungenforschung und wir sind dankbar, dass dieser Preis uns in dieser Mission weiterführt.
Last but not least sind wir dafür dankbar, dass die Balzan-Stiftung eine Gruppe von Wissenschaftlern, ein Team, ausgezeichnet hat. In der heutigen medizinischen Forschung mit seinen komplexen Fragestellungen ist Teamarbeit entscheidend für den Erfolg. Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Vertretern verschiedener Disziplinen ist eine Grundvoraussetzung für Fortschritt. So können neue biologische und technologische Ansätze am besten genutzt werden, um Krankheiten besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Mit dieser Motivation sind Klaus Rabe, Werner Seeger, Tobias Welte und ich zusammengekommen und haben das Deutsche Zentrum für Lungenforschung in den letzten 8 Jahren aufgebaut. Die heutige Auszeichnung unserer Gruppe sehen wir gerne als ein Zeichen dafür, dass auch in anderen Bereichen auf diese Weise eine effiziente Wissenschaftsförderung realisiert werden kann.
Wir möchten abschließend noch einmal betonen, wie sehr wir uns über die Verleihung dieses Preises freuen und zutiefst geehrt fühlen.